Magical by Alex Flinn

Magical by Alex Flinn

Author:Alex Flinn
Language: deu
Format: epub, pdf
Publisher: Lübbe Digital
Published: 2012-11-05T16:00:00+00:00


Romeo und Julia! Wir hatten das Stück letztes Jahr im Literaturunterricht gelesen. Ich nehme an, dass Warner es auch an seiner alten Schule durchgenommen hatte. Warner stieg die Leiter hinauf. Ich kicherte. Er fuhr fort:

O da sie neidisch ist, so dien ihr nicht!

Nur Toren gehn in ihrer blassen, kranken

Vestalentracht einher; wirf du sie ab!

Sie ist es, meine Göttin, meine Liebe!

Er kam oben an und stand vor mir. »Du bist so schön, Emma.«

Ich lachte. »Schön? Du findest mich schön?«

Er sah mir in die Augen. »Überrascht dich das?«

Ich nickte, als würde ich einem Kind zustimmen. »Du bist wohl von meiner faszinierenden Persönlichkeit geblendet.«

»Nein. Du bist schön. Kannst du das ehrlich nicht sehen?«

Ich wollte es glauben. »Was ist so schön an mir?«

»Warum sagst du es mir nicht? Sag mir, was du an dir schön findest.«

Ich versuchte zu lachen, es wegzulachen. Ich war nicht schön; ich war klug, aber das reichte nicht, es war nicht das, was ich wollte. Ich war nett, aber das kümmerte niemand. Ich war vieles, aber schön? Das war ich nicht. Und doch sah er mich so eindringlich an, und in diesem Blick erkannte ich, dass er das wirklich fand. Vielleicht war ich tatsächlich schön und hatte es nur noch nicht gemerkt. Ich versuchte, mir mein Gesicht vorzustellen, und sagte: »Meine Augen?«

Er nickte. »Ein schöner Grauton. Weiter?«

»Ich finde, meine Nase ist gar nicht so schlecht.«

Warner riskierte es zu fallen, als er eine Hand vom Geländer nahm, um meine Nase zu berühren. »Sie ist bezaubernd. Ebenso deine Haut, dein Haar. Kannst du das nicht sehen? Du strahlst von innen, Emma.«

Vielleicht lag es daran, dass ich verliebt war. Ich streckte meine Arme nach ihm aus und rückte dann zur Seite, um ihn heraufzulassen. »Ich bin so glücklich.« Ich versuchte, mich an einen passenden Vers aus dem Stück zu erinnern. Schließlich sagte ich: »Wenn du mich liebst: Sags ohne Falsch!«

Er lachte und küsste mich. Dann fragte er: »Bei was soll ich schwören?«

Wir wurden vom Geräusch von Daddys Auto unterbrochen, das in die Einfahrt fuhr. Er stieg aus. »Hey, ihr habt es repariert. Es sieht großartig aus.«

Er streckte seine Hand nach oben zu Warner. »Tom Cooper, Emmas Dad.«

»Sir.« Warner streckte ihm die Hand entgegen und sagte: »Emma liebt dieses Baumhaus so sehr.«

Daddy lächelte mich an. »Ich erinnere mich. Ich baute es, als du vier oder fünf warst. Deine Mutter machte sich dauernd Sorgen, du könntest dich verletzen.«

»Ich weiß. Aber es war etwas ganz Besonderes für uns.« Ich wandte mich ab, damit Warner nicht sehen konnte, wie sich meine Augen mir Tränen füllten. Endlich hatte ich lange genug auf meiner Lippe herumgebissen, dass ich hervorstoßen konnte: »Ich liebe es noch immer.«

Daddy nickte. »Ich auch. Manchmal …« Er verstummte.

»Was?« Eine Brise wehte durch die Blätter der alten Eiche und ich erschauerte.

Er schüttelte den Kopf und sagte: »Manchmal verändert sich alles so schnell, dass man gar nicht mehr weiß, wie das passiert ist.« Er sah Warner an. »Geschwafel eines alten Mannes.«

»Ich verstehe das.« Und ich verstand es wirklich. Ich verstand, dass er nicht wusste, wie es mit



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